Abwasser & Dichtigkeitsprüfung: Wieso, weshalb, warum?

Grundstückseigentümer nicht nur in NRW müssen nach Wasserhaushaltsgesetz Abwassersysteme unterhalten, die dicht sind. Denn unbemerkt abfließendes Abwasser verursacht Probleme für die Umwelt und zusätzliche Kosten. Via Dichtigkeitsprüfung regelt der Gesetzgeber, dass private Grundstückseigentümer den Zustand ihrer Abwasserleitungen vom Fachmann überprüfen lassen. Schäden gilt es zu beheben.

Das Wasserhaushaltsgesetz – kurz WHG – enthält die einheitlichen Regelungen des Bundes über den Umgang mit Wasser. Der § 60 des WHG regelt, wie Abwasseranlagen nach den allgemein anerkannten technischen Regeln zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten sind. Wenn Abwasseranlagen nicht den Anforderungen entsprechen, muss Abhilfe geschaffen werden. Und das innerhalb angemessener Fristen. § 61 WHG schreibt dabei des Prinzip der Eigenkontrolle fest: es ist Aufgabe des Grundstückseigentümers zu sehen, dass seine Leitungssysteme in Ordnung sind.

Abwasser-Dichtigkeitsprüfung: gegen Folgeschäden, Umweltbelastung und Zusatz-Kosten

Der Sinn dahinter leuchtet unmittelbar ein: Überflüssige Umweltbelastungen sollen ebenso vermieden werden wie überflüssige Kosten für die Aufbereitung von Wasser in kommunalen Kläranlagen. Darüber hinaus können undichte Abwasseranlagen unter der Erde Hohlräume bilden, die dazu führen, dass Hofflächen oder gar Straßen absacken. Abwasser kann aber auch zu Rückstau führen, Nässeschäden verursachen oder in Haus und Keller eindringen. Im schlimmsten Fall sogar das Fundament unterspülen. Grundbesitzer, die verunreinigtes Wasser an die Umwelt abgeben, machen sich sogar strafbar nach Strafgesetzbuch § 324 und § 326. Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen drohen – bis zu 5 Jahre.

Ca. 40 % aller privaten Abwassersysteme schadhaft...

Dabei sagt die Deutsche Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall, dass ca. 40 % aller privaten Grundstücksentwässerungsanlagen schadhaft sind. Die Stadt Lünen in NRW prüfte per Abwasser-Dichtigkeitsprüfung 4.000 Leitungen und kam dabei auf eine besorgniserregende Quote von mehr als 80 %. Da liegt die Schlussfolgerung nahe: in Köln, Bonn oder Aachen, Koblenz oder Leverkusen ergibt sich ein ähnliches Bild.

Verbindlich nach Wasserhaushalts-Gesetz: Dichtheitsprüfung für private Abwasseranlagen

Es lag also nahe, die Dichtheitsprüfung gesetzlich zu regeln. Ab 2012 müssen private Grundstückseigentümer mit dem sogenannten „Kanal-TÜV“ vom Fachmann nachweisen lassen, dass ihre Abwassersysteme dicht sind. Mit unterschiedlichen Fristenregelungen. Ein Fachbetrieb prüft dann entsprechend – entweder optisch per TV-Kamera – oder per Druckprüfung. Die aufzubewahrende Dokumentation hält den Zustand der Leitungssysteme fest. Wer Schäden hat, muss sanieren. Abhängig von der jeweiligen Schadenskategorie entweder sofort, innerhalb eines halben Jahres – oder in großzügigerem Abstand

Fazit: Abwasser-Dichtigkeitsprüfung vorgeschrieben

Abwasser-Leitungen auf Dichtigkeit zu überprüfen schreibt der Gesetzgeber zwingend vor. Besonders, weil viele Leitungen undicht zu sein scheinen. Um Kosten und Folge-Schäden für Umwelt und unmittelbare Umgebung zu begrenzen, sind private Eigentümer in den nächsten Jahren zur Dichtigkeitsprüfung verpflichtet. Und dazu, eventuell dokumentierte Schäden zu beheben.

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