Dichtigkeitsprüfung NRW: alles noch ganz dicht?

Hausbesitzer in NRW unterliegen der Pflicht zur Dichtigkeitsprüfung – abhängig von ihrer Lage. Die Vorschriften nach & 61a LWG NRW regeln verbindliche Termine: abhängig von der Errichtung des Abwassersystems sowie der Lage im oder außerhalb von Wasserschutzgebieten. Kommunale Regelungen in Sachen Dichtheitsprüfung sind in Nordrhein-Westfalen möglich.

Einfamilienhäuser, Miethäuser, Wohnungseigentumgemeinschaften – wer Abwasser ableitet, ist dafür verantwortlich, dass kein Wasser in die Umwelt austritt. So will es das Gesetz. Genauer: das Wasserhaushaltsgesetz, in Nordrhein-Westfalen der § 61a LWG NRW. Private Abwasseranlagen müssen betriebssicher sein und dicht. Und die Dichtheit müssen Eigentümer in einer Dichtigkeitsprüfung prüfen lassen. Daran kommt kein Hausbesitzer wohl mehr vorbei in NRW. Ob in Köln, Bonn, Koblenz, Achen oder Leverkusen: Dichtheitsprüfung ist gesetzlich verankert.

Dichtigkeitsprüfung Nordrhein-Westfalen: Termine 2015, 2020 oder nach Kommune

Der ursprüngliche Prüftermin bis 31. Dezember 2015 – den NRW wohl als einziges Bundesland bisher verbindlich festlegte, gilt dabei jedoch nicht mehr. Der wurde Anfang 2012 gekippt. Seitdem gelten für die auch „Kanal-TÜV“ geschimpfte Dichtheitsprüfung des Abwassersystems die folgenden Regeln:

  • Dichtigkeitsprüfung bis 2015:
    Bis 2015 müssen private Häuser ihre Abwasserrohre prüfen lassen, wenn Sie in einem Wasserschutzgebiet liegen und VOR 1965 erbaut wurden.?
  • Dichtigkeitsprüfung bis 2020:
    Die Eigentümer von NACH 1969 erbauten privaten Häusern müssen bis 2020 ihre Abwasseranlagen, sprich Leitungen prüfen lassen, wenn sie in einem Wasserschutzgebiet liegen.
  • außerhalb von Wasserschutzgebieten:
    Die Kommunen legen per Satzung fest, ob und wann eine Prüfung notwendig ist. Private Eigentümer sollten sich also informieren, was in ihrer Kommune zum Thema Dichtheitsprüfung die Regel ist oder wird. Besteht bereits eine Satzung in der Kommune, gilt die bisherige Regelung.

Noch offen: Dichtigkeitsprüfung außerhalb von Wasserschutzgebieten

Allerdings ist zum Beispiel der Hauseigentümerverband in NRW mit diesen Vereinbarungen auch nach den Änderungen von 2012 noch nicht einverstanden. Der NRW-Präsident des Verbandes, Klaus Stallmann, spricht gar von einer Ungleichbehandlung der Hausbesitzer. Der Hauseigentümerverband will für die Kommunen, die betroffen sind, eine Satzungsänderung: damit Hausbesitzer auf die Dichtigkeitsprüfung zumindest außerhalb von Wasserschutzgebieten prinzipiell verzichten können. Ganz wichtig also: Für den einzelnen bleibt es also nach wie vor dabei: die Anfrage bei der Kommune um eine exakte Auskunft bleibt dem Hauseigentümer nicht erspart.

Fazit: Abwasser-Dichtigkeitsprüfung vorgeschrieben

Wer mit seinem Eigenheim im Wasserschutzgebiet liegt, kommt um die Dichtigkeitsprüfung nicht herum. Häuser vor 1965 müssen bis 2015 mit Protokoll vom Fachmann geprüft – und gegebenenfalls repariert – werden, Abwasseranlagen nach 1965 in NRW bis 2020. Außerhalb des Wasserschutzgebietes gilt: Kommune fragen.

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