Dichtigkeitsprüfung: Was Hauseigentümer in NRW wissen müssen?

Hauseigentümer in NRW müssen abhängig von Lage und Erbauung ihres Abwassersystems entweder bis 2015, 2020 oder nach den Bestimmungen ihrer Kommune eine fachmännische Dichtigkeitsprüfung vornehmen lassen. Für ein Einfamilienhaus werden geschätzte 300 bis 600 Euro für den Fachbetrieb fällig. Bei Schäden gilt: Sanierung ist Pflicht – allerdings mit unterschiedlichen Fristen.

Wer Eigentümer eines Ein- oder Mehrfamilienhauses oder eines Mietshauses Mitglied einer Wohnungseigentumgemeinschaft ist, muss dafür Sorge tragen, dass kein verunreinigtes Abwasser ins Grundwasser gelangt.

Eigentümer sollen deshalb – abhängig von Lage und Alter des Hauses – mit einer Dichtheitsprüfung darauf verpflichtet werden, Abwasseranlagen und Leitungen untersuchen zu lassen – sachkundig und inkl. Protokoll. Dabei gilt:

  • im Wasserschutzgebiet:
    Bei Errichtung vor 1965 schreibt der Gesetzgeber eine Dichtigkeitsprüfung bis 2015 verbindlich vor. Bei neueren Bauten und Leitungen bis 2020.
  • außerhalb des Wasserschutzgebietes:
    Hier gelten die Regelungen der Kommune. Hausbesitzer sind gut beraten, sich an ihre Kommune in Nordrhein-Westfalen zu wenden. Hauseigentümer

Dichtigkeitsprüfung: nur von Sachkundigen mit Ausstattung

Zwei Dinge sind für Hauseigentümer für die Prüfung dabei besonders hervorzuheben. Nach & 61 LWG NRW darf die Dichtigkeitsprüfung nur von Sachkundigen mit entsprechender Ausstattung an Geräten vorgenommen werden. Und der Runderlass vom Oktober 2010 bestimmt, dass im Regelfall die optische Untersuchung mittels TV-Kamera ausreichend ist und als Dichtheitsnachweis im Sinne der DIN 1986-30 anerkannt wird. Eine Druckprüfung nach DIN EN 1610 wird in der Regel nur fällig bei Neubauten mit wesentlichen Änderungen.

Anders in Fremdwasserschwerpunktgebieten oder Wasserschutzgebieten: hier soll mit Wasser oder Luft geprüft werden.

Was kostet eine Dichtigkeitsprüfung?

Der Eigentümerverband schätzt: die Dichtigkeitsprüfung kostet zwischen 300 und 600 Euro – für ein Einfamilienhaus. Größere Häuser mit vielen Verzweigungen kosten deutlich mehr. Grundsätzlich hängen die Kosten von den Gegebenheiten vor Ort ab. Kostenvoranschläge sind also unbedingt anzuraten – am besten unter Vorlage aller Infos zum eigenen Leitungssystem, damit’s exakt passt. Förderprogrammen und zinsverbilligte Darlehen stehen für Härtefälle zur Verfügung.

Was muss die fachmännische Dokumentation enthalten?

Die vorgeschriebenen Dokumentation – Achtung: aufbewahren! – der Dichtigkeitsprüfung muss aufweisen:

  • einen Bestandsplan oder eine Lageplanskizze
  • das Prüfprotokoll Luft bzw. Wasser oder digitale Daten bei optischer Inspektion durch TV-Kamera

Was geschieht bei Schäden?

Grundsätzlich müssen Grundstückseigentümer sanieren, wenn Schäden dokumentiert werden. Festgestellte Schäden, bei denen Einsturzgefahr besteht, müssen sofort beseitigt werden. Die Schäden gliedern sich in die Schadenskategorien A bis C. Ist in Klasse A zum Beispiel die Standsicherheit betroffen, gilt: bitte sanieren innerhalb von 6 Monaten. Mittelschwere Schäden sollen innerhalb von 5 Jahren saniert werden. Geringe Schäden der Kategorie C schreiben keine bestimmte Frist vor. Die erfolgreiche Sanierung wiederum muss durch eine – evtl. erneute – Dichtheitsprüfung wiederum dokumentiert werden.

Fazit: Dichtigkeitsprüfung für Hauseigentümer in NRW

Eigentümer in NRW sollten sich bei ihrer Kommune erkundigen, ob sie innerhalb oder außerhalb eines Wasserschutzgebietes liegen und welche Regelungen und Fristen ihre Kommune evtl. gesondert regelt. Die einfache Dichtigkeitsprüfung – z. B. per optischer Inspektion – kostet wohl zwischen 300 und 600 Euro für ein Einfamilienhaus.

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